Aufgaben & Leistungen
Abfallbehandlung in Niederösterreich

Müllverbrennungsanlage Dürnrohr, Foto © AVN

Abfallbehandlung hat im Wesentlichen "das Ungefährlichmachen" von Abfällen aber auch von Problemstoffen zum Ziel.


Rest- und Sperrmüll
Im Fall von Rest-/Sperrmüll versteht man unter der Behandlung die "Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen" oder kombiniert "mechanisch-biologische Verfahren", welche die behandelten Abfälle "inertisieren", also erdkrustenähnlich machen. Dabei werden die im Abfall vorhandenen Schadstoffe aufkonzentriert. Auch müssen strenge Qualitätskriterien, z. B. hinsichtlich der Rauchgasreinigung und des Heizwertes des verbleibenden Restmateriales eingehalten werden.

Bei den in Niederösterreich praktizierten Abfallbehandlungsverfahren wird die im Abfall vorhandene Energie genützt, diesen Vorgang nennt man "Abfallverwertung" - z. B. durch das Verwenden der Abwärme aus der Verbrennung von Rest- und Sperrmüll oder durch den Einsatz heizwertreicher Abfallfraktionen als Brennstoff bei der Zement- oder Stahlerzeugung. So wird aus einem aus Umweltgründen notwendigen Behandlungsvorgang wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Verwertung.

Müllverbrennungsanlage (MVA)
Die niederösterreichische Müllverbrennungsanlage befindet sich in Zwentendorf/Dürnrohr. Betreiber ist die AVN - Abfallverwertung Niederösterreich Ges.m.b.H. Die Anlage wurde in unmittelbarer Nähe zum Kohle- und Gaskraftwerk Dürnrohr errichtet und arbeitet mit diesem in einem Energieverbund zusammen. Die bei der Müllverbrennung gewonnene Energie dient im Kraftwerk zur Stromerzeugung. Dadurch werden im Jahr ca. 50.000 Tonnen Kohle und 10 Mio. Kubikmeter Gas eingespart.

Die Müllverbrennungsanlage ist für 300.000 Tonnen Abfall pro Jahr konzipiert, wobei ein Großteil des Mülls von den NÖ Umweltverbänden kommt. Ein Ausbau der Anlage auf drei Linien mit einer Gesamtkapazität von 525.000 t pro Jahr soll bis 2010 abgeschlossen sein.

Müllanlieferung
Die Anlieferung des Rest- und Sperrmülls erfolgt zu 90% mit der Bahn. Nur der aus nächster Nähe stammende Müll wird per Lkw transportiert. Der Transport auf der Bahn erfolgt in Spezialcontainern, diese werden bei den einzelnen Müllumladestationen beladen (10 Umladestationen gibt es in NÖ, zusätzlich eine Wechselcontainerstation). Der angelieferte Müll wird in den sogenannten Bunker gekippt. Durch Luftschleusen wird beim Entleeren des Mülls in den Bunker jede Geruchsbelästigung verhindert. Der Bunker kann so viel Müll aufnehmen, dass auch mehrere Feiertage ohne Müllanlieferung problemlos überbrückt werden können. Der Bunker hat ein Fassungsvermögen von 40.000 m³ und ist damit der größte Europas. Mit einem Greiferkran wird der Restmüll vom Bunker in einen Trichter befördert und von dort, genau dosiert , auf dem Verbrennungsrost verteilt.

Die Feuerung
Hier findet die eigentliche Verbrennung statt. Auf dem Verbrennungsrost verbrennt der Restmüll bei einer Temperatur von ca. 1.000° C. Die nötige Verbrennungsluft wird eingeblasen, der Müll automatisch vorgeschoben und damit die Flammen ständig geschürt. Nur in den kurzen Phasen des Anheizens und Abfahrens der Anlage muss Energie in Form von Erdgas zugeführt werden. Bei der Verbrennung verwandeln sich die brennbaren Bestandteile des Restmülls in Rauchgas, die unbrennbaren in Asche und Schlacke.


Mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA)
In einer mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage werden Rest- und Sperrmüll durch eine Kombination von mechanischen und biologischen Verfahren behandelt, um den Anforderungen der Deponieverordnung zu entsprechen (Heizwert unter 6.000kJ/kg Trockensubstanz).



In Niederösterreich gibt es zurzeit fünf mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlagen:

  • MBA St. Pölten,
  • MBA Wiener Neustadt,
  • Sortier- und Kompostieranlage Breitenau,
  • Restmüllkompostierungsanlage Fischamend,
  • MBA Stockerau - nur mechanische Behandlung,

    Gemeinsam verfügen diese Anlagen über eine Jahreskapazität von 463.000 Tonnen.


    Mechanische Behandlung
    Der angelieferte Rest- und Sperrmüll wird in einem Shredder zerkleinert. Mit Hilfe eines Metallabscheiders (Magnet) werden die Eisenmetalle aussortiert - diese können der Verwertung zugeführt werden. Der Restmüll gelangt auf ein Rüttelsieb, die am Sieb verbleibende, sogenannte heizwertreiche Fraktion (v.a. Kunststoffe, Papier) wird in weiterer Folge in thermischen Behandlungsanlagen (MVA) verbrannt. Die Abfälle, die durch das Sieb durchgehen, werden biologisch weiterbehandelt.


    Biologische Behandlung
    In den Anlagen Breitenau und Fischamend erfolgt die biologische Behandlung als offene, überdachte Mietenkompostierung - ähnlich der Biomüllkompostierung. In St. Pölten und Wiener Neustadt kommen Rottetunnel zum Einsatz. Der Müll wird gemischt, befeuchtet und mittels Radlader in die Rottetunnel gefüllt. Hier bleibt er für ca. 14 Tage. Danach wird er wieder ausgetragen, gemischt, befeuchtet und für weitere 14 Tage in die Rottetunnel eingebracht. Im Anschluss daran werden mit einem Metallabscheider nochmals die Eisen- und Nichteisenmetalle abgeschieden. Das Material wird gesiebt, wobei wieder eine heizwertreiche Fraktion abgetrennt wird. Der verbleibende Rest gelangt für weitere vier Wochen in die so genannte Fertigrotte und wird anschließend auf der Deponie abgelagert.

    Die bei der Tunnelrotte entstehende Abluft wird über Biofilter geleitet und so gereinigt und v.a. von Gerüchen befreit. Bei der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung wird ein Drittel des Ausgangsgewichtes als thermische (heizwertreiche) Fraktion zur Energiegewinnung genutzt (Brennstoff aus Müll). Der sogenannte Rotteverlust macht ein weiteres Drittel aus, der Rest muss deponiert werden.


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